Kleiner Ratgeber zu diversen Naturstein-Oberflächen

Informieren Sie sich in unserem kleinen Ratgeber über die verschiedenen Arten der Oberflächenbehandlung von Naturstein-Produkten.

Poliert ...

01-poliertPolieren ist ein glättendes Bearbeitungsverfahren für verschiedenste Materialien. Die glättende Wirkung wird in der Regel mit zwei Mechanismen erreicht. Zum einen werden Rauhigkeitsspitzen der Oberflächenstruktur verformt und so geebnet. Zum anderen erfolgt je nach Art der Politur ein kleinster bis kleiner Werkstoffabtrag (Glanzschleifen), sowie auch ein Verfüllen von Vertiefungen. Die damit erreichte Oberfläche ist durch ihre Glätte oft glänzend.

Zum Polieren von ebenen Steinflächen benutzt man Holzrahmen oder Holzplatten, die mit Leder oder Filz bezogen und mit Bleigewichten beschwert sind. Während die zu bearbeitende Steinplatte mit Gips fixiert ist, wird der Schleifrahmen auf dem Stein hin- und her bewegt.

Dabei wird zwischen Werkstück und Schleiffläche Quarzsand gespült, bis der Stein eine glatte Oberfläche hat. Danach wird mit feinerem Sand/Schmirgel weitergeschliffen.

Feinstes Schleifen erfolgt nun unter Zugabe von geschlemmter Zinnasche, sowie feinstem Steinmehl und Wasser. Matter Glanz wird durch Polieren mit Wolle erreicht, spiegelnder Glanz zuletzt durch allerfeinste, trockene Zinnasche.

Gespitzt ...

02-bushhammeredMit dem Zweispitz oder dem vom Fäustel angetriebenen Spitzeisen wird eine raue Steinoberfläche egalisiert. Je nach Anzahl, Verteilung und Tiefe der Hiebe auf der Steinoberfläche wird zwischen grob und fein gespitzt unterschieden, hierbei ist die Grenze zwischen den beiden Bearbeitungsformen nicht genau definiert .

Spitzen ist ein handwerklicher Bearbeitungsvorgang, in aller Regel als Vorbereitung für einen nachfolgenden Werkzeugeinsatz wie dem Zahneisen oder dem Stockhammer. Diese Werkzeuge hinterlassen sichtbare punktförmige Vertiefungen in der Oberfläche, sogenannte Spitzhiebe. Nach der Anordnung der Spitzhiebe wird zwischen bahnengespitzt und punktgespitzt unterschieden.

Geflammt ...

flamedBeim Flammen von Natursteinen werden mit einem Acetylen-Sauerstoff-Brenner glatte Steinoberflächen aufgeraut. Naturstein besteht aus verschiedenen Mineralien, dies bedeutet, dass sie sich bei Temperaturveränderungen in verschiedenen Raumrichtungen unterschiedlich stark ausdehnen bzw. brechen. Das Mineral Pyroxen dehnt sich beispielsweise beim Erhitzen in einer der drei Raumrichtungen sehr stark aus. Dies führt beim Flammen von Impala zum Aufwölben bzw. Aufschmelzen der Oberfläche. Bei Quarz ergibt sich bei 573 °C eine sprunghafte Vergrößerung, die zu großen Abplatzungen führt. Grundsätzlich lassen sich alle Hartgesteine flammen. Dabei entsteht eine relativ gleichmäßig raue Oberflächenstruktur.

Geflammte Oberflächen zeichnen sich durch ihre Rutschsicherheit aus und werden deshalb gerne im Außenbereich verbaut. Beim Innenausbau würden sie einen hohen Reinigungsaufwand erfordern. Das Ergebnis des Flammens ist abhängig von der Art des Natursteins, den darin enthaltenen Mineralen und vom Temperatursprung, der beim Flammen entsteht.

Sandgestrahlt ...

sandgestrahltDie Oberfläche wird mit Sandstrahlgerät und Strahlmitteln unterschiedlichster Drücke und Körnungen bearbeitet. Je nach Strahlgut, Strahldruck und der Zusammensetzung der verschiedenen Gesteine kann eine sehr grobe oder auch eine sehr feine Oberfläche erzeugt werden.

Aufgrund des Arbeitsschutzes besteht das Strahlmittel nicht mehr wie früher aus Quarzsand, der beim Strahlen zu Silikose führen kann, sondern es werden quarzfreie Materialien wie Korund verwendet!

Geschliffen ...

geschliffenHeute wird mit speziellen Schleifmaschinen und sich drehenden Scheiben und Schleifmitteln geschliffen. In den Scheiben befinden sich mineralische Schleifkörner oder Diamanten. Die Oberflächenrauigkeit nach dem Schleifen ist nicht zu bestimmen. Alle Natursteine haben völlig unterschiedliche technische Werte, deshalb ist die entstandene Mikrorauigkeit und Rutschsicherheit selbst nach einem Schleifvorgang mit dem gleichen Schleifkörper unterschiedlich.

Geschliffene Steinoberflächen zeigen im Gegenlicht stets Schleifspuren. Je nach Mineralzusammensetzung sind deutliche Glanzunterschiede bei gleichen Natursteinsorten nicht vermeidbar. Geschliffene Oberflächen haben den Vorteil, dass die Oberfläche, so oft es nötig ist, neu geschliffen werden kann.

Gebürstet ...

gebuerstetMit Hilfe von unterschiedlichen Bürsten in unterschiedlichen Ausführungen (Metall- oder Kunststoffborsten) werden die Oberflächen geschliffen. In diese Borsten sind Schleifkörner eingearbeitet.

Die Bürsten fahren maschinell über den zu bearbeitenden Stein und die eingearbeiteten Schleifkörner erzeugen so eine leicht raue Oberfläche. Aus diesem Grund werden gebürstete Steine gerne für den Aussenbereich verwendet.

Gemeißelt (scharrriert) ...

scharriertMit Scharriereisen, die wie breite Meißel aussehen, werden Werksteine endbearbeitet. Alle vorhergehenden Arbeitsabläufe wie das Spitzen und Zahnen müssen beendet sein. Die Scharriereisen haben unterschiedliche Breiten. Ab einer Breite von etwa acht Zentimetern wird vom Scharriereisen gesprochen.

Das Scharrieren erfordert eine perfekte Werkzeugführung, die eine lange Übung voraussetzt. Die Hiebe werden parallel angesetzt und müssen mit nahezu identischem Kraftaufwand unter Zuhilfenahme eines Meisels geschlagen werden. Scharrierte Oberflächen gibt es in zwei Ausführungen: Rechtwinklig in Linien und sogenanntes buntes Scharrieren. Durch Richtungswechsel in den Quadraten entsteht ein schachbrettartiges Muster.

Getrommelt, antikisiert ...

getrommeltBei getrommelten oder antikisierten Bodenbelägen aus Naturstein handelt es sich um bereits aufs Maß gesägte Platten, die in einen Freifallmischer unter Zugabe von Quarzsand und Wasser gegeben werden.

Durch die Rotation des Trommelmischers schlagen die Platten aneinander, die Steinkanten platzen ab, und die Steinoberflächen werden geprellt und rau. Dieses Verfahren gibt den Steinplatten ein antikes Aussehen.

 Maßtoleranzen

Natursteine weisen Maßtoleranzen zu den genannten Abmessungen auf.  Die Maßtoleranzen richten sich nach Art, Beschaffenheit und Verarbeitung des Naturproduktes und entsprechen dem natürlichen Charakter dieses Baustoffes.

Wasseraufnahme

Natursteine zeichnen sich durch eine unterschiedliche Wasseraufnahme aus. Dies kann auch innerhalb eines Produktionsvorkommens variieren. Hierzu kann unter Umständen ein unregelmäßiges Abtrocknungsverhalten der verlegten Naturflächen resultieren.

Farb- und Strukturschwankungen

Natursteine unterliegen Farb- und Strukturschwankungen, auch innerhalb eines Produktionsvorkommens. Hierzu zählen auch korrosionsbedingte Verfärbungen. Diese zulässigen und von der Natur vorgegebenen Schwankungen sind prägender Bestandteil des einzigartigen Erscheinungsbildes von Naturprodukten.